Geld zurück vom Stromanbieter: Als Kunde sollten jetzt handeln


Ende letzten Jahres hat der Stromanbieter Stromio seine Kunden plötzlich fallen gelassen, was für viele Verbraucher Mehrkosten verursachte. Sie können sich diese nun mithilfe der Verbraucherzentrale zurückholen.

Kurz vor dem Jahreswechsel 2021 gab es für Millionen Stromkunden eine böse Überraschung, denn die Stromio GmbH hat die Belieferung der Kunden eingestellt und sogar Verträge mit langfristigen Laufzeiten gekündigt.
Die Verbraucherzentrale Hessen betrachtet diese Kündigungen als rechtswidrig und will das vor Gericht bestätigen lassen – mit einer Musterfeststellungsklage.
Hier erfahren Sie, wie Sie sich daran beteiligen und möglicherweise Ihr Geld zurückholen, das Ihnen durch den Rückfall in die Grundversorgung verloren ging.

Musterfeststellungsklage gegen Stromio: So machen Sie mit

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Die Anmeldung für die Musterfeststellungsklage dauert nur ein paar Minuten.

Bild: Screenshot

Jeder Betroffene in Deutschland kann an der Klage teilnehmen. Um sich an der Aktion der Verbraucherzentrale Hessen zu beteiligen, müssen Sie sich in das Klageregister des Bundesamtes für Justiz eintragen. Gehen Sie dann Schritt für Schritt vor:
  1. Finden Sie die Klage gegen die Stromio GmbH mit dem Aktenzeichen I-2 MK 1/22
  2. Unter Punkt 9 finden Sie die Formulare
  3. Wählen Sie «Anmeldung zum Klageregister»
  4. Im nachfolgenden Dokument füllen Sie die entsprechenden Felder aus, darunter Name und Anschrift
  5. Ergänzen Sie auch das oben genannte Aktenzeichen und die «Stromio GmbH» als Beklagten
  6. Im Freitext-Feld schildern Sie, warum Ihr Fall zur Klage passt. Nutzen Sie dafür die Textvorlage der Verbraucherzentrale:
Sie dürfen danach auch noch die Schadenshöhe angeben, sofern Sie diese beziffern können. Zum Schluss prüfen Sie Ihre Angaben und senden das Formular ab.
Sie bekommen dann per Post eine Bestätigung der Eintragung vom Bundesamt für Justiz. Sie müssen zu diesem Zeitpunkt noch keine Dokumente vorlegen, allerdings sollten Sie schon einmal konkrete Nachweise sammeln, die die Schadenshöhe durch den Wechsel in die Grundversorgung beziffern.
Wichtig: Die Musterfeststellungsklage gilt ausschließlich für Kunden der Stromio GmbH, nicht die Tochterfirmen wie Grünwelt Energie – obwohl dort auch Kunden betroffen sind.

Wie lange habe ich Zeit für die Musterfeststellungsklage?

Sie sollten sich so schnell wie möglich über das Formular anmelden, damit möglichst viele Geschädigte am Verfahren beteiligt sind. Sie können sich bis zum Ablauf des Tages vor dem ersten Termin zur mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Hamm anmelden. 

Welche Unterlagen sind nötig für die Klage?

Sie müssen bei der Anmeldung für die Musterfeststellungsklage keine Dokumente anfügen. Sammeln Sie dennoch schon vorsorglich alle Unterlagen, die mit Stromio und den folgenden Verträgen mit Stromversorgern zu tun haben.

Wie ermittle ich die Schadenshöhe durch die Stromio-Kündigung?

Sie können Ihre Zählerstände per Foto heranziehen, um den Verbrauch nachzuweisen. So lässt sich etwa ermitteln, wie viele Mehrkosten Sie tragen mussten. Auch geforderte Nachzahlungen der Grundversorger können Sie möglicherweise mit einbeziehen.

Was kostet die Teilnahme an der Musterfeststellungsklage?

Gar nichts. Sie tragen auch kein finanzielles Risiko bei den Gerichtskosten, da die Verbraucherzentrale Hessen die Klage führt.

Sammelklage gegen Stromio: Wie geht es danach weiter?

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Egal ob Vergleich oder Urteil: Möglicherweise bekommen Sie Ihr Geld zurück.

Bild: Creativ Studio Heinemann / Getty Imags

Sobald ein Minimum von 50 Einträgen im Klageregister erfolgen, gibt es eine mündliche Verhandlung bei Gericht, um juristische Fragen zu klären. Entweder kommt es dabei zu einem Vergleich oder bereits zu einem Urteil. Der Unterschied?
  • Vergleich: Betroffene kommen schneller zu ihrem Recht
  • Urteil: hier kann noch Rechtsmittel eingelegt werden, wodurch sich der Prozess in die Länge zieht.
Durch die Musterfeststellungsklage, geführt von der Verbraucherzentrale Hessen, können Sie Ihren Schadensersatz leichter durchsetzen. Es geht im Anschluss nur noch um dessen individuelle Höhe je nach geschädigtem Kunden.
Der große Vorteil ist, dass das Kostenrisiko für das Gerichtsverfahren bei der Verbraucherzentrale liegt. Sie müssen also keine Einbußen befürchten. Wie lange das Verfahren dauert, lässt sich aktuell noch nicht sagen.

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Updated: 28. August 2022 — 16:03

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