Millionen pro Tag für Siri Update: Apple arbeitet mit Hochdruck an Conversational AI

16 Team-Mitglieder sollen an einem eigenen Sprachmodell arbeiten, um Apple im AI-Wettbewerb konkurrenzfähiger zu machen. OpenAI, Google und Co. weiten derweil ihre KI-Features massiv aus.

Jeden Tag gibt Apple Millionen für die Weiterentwicklung der eigenen Sprach-KI-Modelle aus, um mit Bing Chat, ChatGPT, Google Bard, Claude 2 und Co. mithalten zu können. Davon berichtet Wayne Ma für The Information und er offenbart, dass der Tech-Konzern eine KI-basierte Sprachbedienung der eigenen Geräte ebenso optimieren möchte wie die Automatisierung verschiedener Aufgaben. Apples neue KI-Lösungen könnten auch die viel kritisierte und zum teil veraltete digitale Assistenz Siri an den Puls der Zeit führen – und in Konkurrenz zu OpenAI treten. Ma schreibt, dass das eigene Sprachmodell nach Einschätzung der Apple Teams sogar besser als OpenAIs Modell GPT-3.5 sein könnte.

Team für Conversational AI besteht seit vier Jahren: Folgt bald der Durchbruch für AI-Lösungen von Apple?

John Giannandrea, Apples Head of AI, hat schon vor vier Jahren den Aufbau eines Teams für Conversational AI bewilligt. Inzwischen arbeitet dieses Team mit Hochdruck an der Optimierung und dem Training der eigenen KI-Sprachmodelle. 16 Mitarbeiter:innen sind intensiv damit beschäftigt, berichtet Wayne Ma. Als Ziele der Arbeit gelten die Modernisierung von Siri und die Integration von Automatisierungsprozessen für die User von Apple-Produkten. Nutzer:innen sollen mit Siri wie mit ChatGPT konversieren, aber auch mehrteilige Aufgabenabläufe an die Apple KI auslagern können. Das kann nach Informationen von Ma zum Beispiel beim Erstellen von GIFs aus den aktuellsten Fotos auf dem Smartphone funktionieren.

Während andere Tech-Konzerne in den vergangenen Monaten vielfach neue KI-Lösungen und sogar ganze Sprachmodelle vorgestellt haben – etwa OpenAIs GPT-4 oder Metas Llama 2 –, hat sich Apple mit eigenen KI Features und -Modellen zurückgehalten. Im Sommer 2023 wurde jedoch publik, dass der Konzern im Rahmen des Projekts Ajax Large Language Models bearbeitet und sogar einen eigenen neuen KI-Bot, intern Apple GPT genannt, kreiert. Dieser könnte nicht nur den Mitarbeiter:innen bei der Automatisierung ihrer Arbeit helfen, sondern auch als extern verfügbarer Chatbot – oder als Grundlage für ein Siri Update.

Ein konkretes Datum für einen etwaigen Roll-out von Apple GPT, einem Siri Update auf Basis von Gen AI Tools oder Apples eigenem KI-Sprachmodell gibt es noch nicht. Es könnte im Frühjahr 2024, im Kontext einer neuen iOS-Version, zu einem großen KI-Update des Tech-Konzerns kommen. Am 12. September startet Apple jedoch ein großes Event, bei dem Neuerungen wie das iPhone 15 vorgestellt werden sollen. Vielleicht gibt der Konzern auch mehr über die AI-Entwicklung preis.

KI-Welle hält an, der Markt wächst und Apple möchte teilhaben

Die nötigen finanziellen Ressourcen, um im KI-Wettbewerb eine tragende Rolle zu spielen, hat Apple allemal. Der Konzern machte im dritten Quartals des eigenen Finanzjahrs rund 82 Milliarden US-Dollar Umsatz. Und die globale Relevanz der Apple-Geräte und Dienste spricht ebenfalls für sich, Safari als Browser, iOS als Betriebssystem und der App Store als Go-to-Plattform für den App Download sind so relevant, dass die Dienste von der EU-Kommission auf die neue Gatekeeper-Liste im Rahmen der Digital Markets Act-Regelungen gesetzt wurden.

Dass Apple im zukunftsträchtigen AI-Markt mitmischen möchte, ist eine logische Konsequenz – zumal der Markt laut Bloomberg bis 2032 eine Bewertung von 1,3 Billionen US-Dollar haben könnte (verglichen mit 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022).



Allerdings muss Apple zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung Aufholarbeit leisten, um als zentrale Anlaufstelle für KI-Lösungen anerkannt zu werden. Immerhin bieten andere Unternehmen wie Google und OpenAI stätig neue AI Features für die User. Google revolutioniert ebenso wie Bing derzeit die Suche mithilfe von Gen AI Features und bietet neuerdings beispielsweise Website Support in KI-basierten Antworten. Googles Hema Budaraju, Senior Director im Bereich Product Management für Search, schreibt, dass das Suchverhalten einiger User in Bezug auf die Conversational AI verändert wird:

People tell us they find the suggested follow-up questions beneficial to see examples of how to refine their search, and they’re asking longer and more conversational questions in full sentences because generative AI in Search can help them quickly find what they’re looking for. Overall, we’re seeing people try queries that they never may have thought they could search for before, creating new opportunities for Google to be helpful.

Zugleich liefert das Unternehmen hinter ChatGPT, OpenAI, immer neue Funktionen und Modelle für die Digitallandschaft. Nach dem Launch von ChatGPT Enterprise kündigte OpenAI den ersten eigenen Developer Day an, an dem bald noch mehr neue KI-Lösungen vorgestellt werden sollen.

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OpenAI DevDay:

Erste Developer-Konferenz soll neue KI-Lösungen zeigen

© Jonathan Kemper - Unsplash, Screen mit OpenAI-Logo, Text, schwarz auf weiß, dunkler Hintergrund
© Jonathan Kemper – Unsplash