Notstromaggregat mit Benzin, Diesel oder Solar? Wann sich welches Modell lohnt


Notstromaggregate laufen mit Benzin, Diesel und Solarenergie (Powerstation). Einige lassen sich sogar per Handkurbel betreiben. Wir zeigen Ihnen die unterschiedlichen Modelle und klären, worauf Sie achten sollten.

In Deutschland haben wir eine sehr zuverlässige Stromversorgung. Sollte der Strom aber doch mal ausfallen, ergeben sich schnell Probleme: Es ist keine Kommunikation per Telefon möglich, Kühlschränke und -truhen fallen aus und selbst heißes Wasser ist nicht ohne weiteres möglich.
Hier kommen Stromerzeuger ins Spiel. Ob Werkstatt, Datencenter, Freiluft-Homeoffice, Festivalgelände, Campingplatz oder Baustelle: Die Einsatzmöglichkeiten und Einsatzorte für Stromerzeuger sind ebenso vielfältig wie die Antriebsmittel.
Damit Sie nicht ohne Saft dastehen, stellen wir Ihnen in unserer Marktübersicht vier unterschiedlich angetriebene, unterschiedlich bepreiste, unterschiedlich einsetzbare Aggregate vor.

Stromerzeuger im Vergleich

Fünf Fragen vor dem Kauf eines Stromerzeugers

Beim Kauf eines Stromerzeugers ist nicht nur wichtig, welchen Strombedarf Sie decken und welche Geräte Sie versorgen möchten. Auf der Baustelle und im Rechenzentrum sind sicherlich ganz andere Leistungsprofile gefragt, als in Ihrer Werkstatt oder beim Camping-Ausflug.
Es gibt aber noch weitere Kriterien, auf die man achten sollte, etwa wie leicht oder schwer das Starterseil zu ziehen ist. Gerade günstige Stromaggregate können unangenehme Spannungsspitzen erzeugen, die den angeschlossenen Geräten schaden. Auch das Gewicht sollte man nicht unterschätzen.
Die wichtigsten Fragen, Sie sich noch vor dem Kauf eines Stromerzeugers durch den Kopf gehen lassen sollten, haben wir hier zusammengestellt:
1. Wie viel Power brauchen Sie (Leistung, Geräteklassen)?
Die Entscheidung für einen bestimmten Typ Stromerzeuger hängt davon ab, welche Geräte Sie damit versorgen wollen. Die gängigen Elektrogeräte unterteilen sich grob in zwei Klassen:
  • sogenannte ohmsche Verbraucher wandeln die aufgenommene Energie direkt in Licht oder Wärme um, hierzu zählen etwa Leuchtmittel, elektrische Heizkörper oder Wasserkocher, bei denen Sie zum Dauerlastverbrauch noch ungefähr 25 % Leistungsreserve obendrauf rechnen sollten, damit keine Sicherung fliegt.
  • induktive Verbraucher sind mit Elektromotoren ausgestattete Geräte, die beim Anlaufen grob das zwei- bis dreifache ihrer Dauerleistung ziehen, etwa Bohrmaschinen, Pumpen, Kompressoren, Ventilatoren. Um alle Geräte, und gerade elektronische Geräte gegen Spannungsspitzen abzusichern, empfehlen sich für Privatverbraucher am ehesten Inverter-Stromerzeuger.
2. Wie zuverlässig muss das Gerät sein (Treibstoff, Wartung)?
Das Thema Zuverlässigkeit bei Stromerzeugern beschränkt sich nicht nur darauf, ob das Teil in dem Moment anspringt, wo Sie darauf angewiesen sind. Wichtig ist auch, wann dieser Moment kommt und was alles bei einem Stromausfall versorgt werden muss.
Wenn etwa in stockdunkler Winternacht das Stromnetz zusammenklappt, liefert ein Diesel- oder Benzin-Generator gleichmäßig hohen Dauerstrom, solange der Tank voll ist, und eignet sich für mehrere Stunden zur Überbrückung. Vorausgesetzt, Sie haben daran gedacht, den Tank zu füllen, der Ölstand sollte stimmen und wirklich anspringen sollte das Gerät auch. Sie sollten also vor dem «Ernstfall» mindestens ein- bis zweimal testen, ob das Gerät wirklich läuft, und schon vor dem Kauf abschätzen, wie viel Zeit, Aufwand und Wissen Sie in die Wartung stecken müssen.
Ein Solarpanel-Inverter-Generator mit Lithium-Ionen-Powerpack ist bei einem nächtlichen Stromausfall erst mal nutzlos, sofern der Akku nicht geladen ist. Er kann Ihnen aber den Campingurlaub mit einigen Annehmlichkeiten verschönern: Licht, Kommunikation und Kühlung sind innerhalb gewisser Grenzen gut möglich und umweltfreundlicher als ein Treibstoff-Notstromer.
Die 500 Watt Dauerleistung und 1.000 Watt Spitzenleistung günstigerer Modelle reichen aber bei weitem nicht für alles und die Maximalleistung wird auch nur dann erzielt, solange es hell ist. Aber: Sie können den Powerpack an sonnigen Tagen mehrere Stunden vollladen und den gespeicherten Strom nach Belieben nutzen.
3. Wie einfach soll es sein (Bedienung, Ersatzteile)?
Der leistungsfähigste Stromerzeuger hilft Ihnen nichts, wenn seine Bedienung soviel Kraft oder technisches Geschick erfordert, dass Sie ihn erst gar nicht ans Laufen bekommen. Oder Sie sind sich nicht hundertprozentig sicher, ob Sie mit dem Aggregat nicht doch Ihre elektronischen Gerätschaften beschädigen.
Achten Sie auf klar gekennzeichnete Schaltflächen und Anschlüsse. Eine ausführliche, auch mit der Taschenlampe lesbare Bedienungsanleitung sollte selbst bei den einfachsten Geräten immer im Lieferumfang enthalten sein und im Notfall beim Gerät liegen. Im Idealfall erfahren Sie sogar vom Hersteller, ob und wo Sie Ersatzteile beschaffen und ob Sie selbst reparieren können.
4. Darf es rattern und stinken (Emissionen, Sicherheit)?
Auf der Großbaustelle und in der Werkstatt dürfte es den meisten Beteiligten mit Kapselgehörschutz ziemlich egal sein, ob das Dieselaggregat nun mit 90, 110 oder 131 Dezibel – wie seinerzeit Motörhead – röhrt. Aber selbst auf den Zeltplätzen vieler Metal-Festivals gibt es mittlerweile Ruhezonen oder Green Camping, wo offen ratternde, Abgaswolken ausstoßende Benzin- oder Diesel-Aggregate unerwünscht sind. Oder sie dürfen nur tagsüber laufen. Dasselbe gilt für viele Campingplätze und auch für Kleingartenanlagen, die in oder an Wohngebieten mit strikter Nachtruhe liegen.
Wenn Sie nur ungern mit brennbaren Flüssigkeitsgemischen hantieren, die übel stinken, Flecken machen und dazu neigen, bei ihrer Verbrennung in geschlossenen Räumen, die atembare Luft durch das tödliche Kohlenmonoxid (CO) zu ersetzen, ist vielleicht eine Solaranlage Ihr bester neuer Camping-Kumpel.
Bei Geräten, die beim Anlaufen besonders viel Strom ziehen oder die Sie mit anderen Geräten parallel betreiben wollen, sollten Sie darüber hinaus darauf achten, nicht alles gleichzeitig einzuschalten, sonst stottert das Aggregat und es bleibt am Ende dunkel. Es hilft zudem, wenn Sie vor dem Kauf die Gesamtwattzahl aller Geräte berechnen, die Sie an den Generator hängen wollen und mindestens die 1,5fache Dauerleistung einplanen. So sollten Sie auf der (versorgungs-)sicheren Seite sein.
5. Passt es ins Gepäck (Abmessungen, Gewicht)?
Haben Sie einen Wohnwagen oder Anhänger oder sind Sie nur mit Ihrem Kleinwagen unterwegs? Nimmt das Zelt in Ihrem Wanderrucksack beim Camping/Tramping-Trip ohnehin schon viel zu viel Platz ein und die Klamotten wiegen auch ein paar Kilo? Können Sie Ihre Partner:innen, Kinder oder Freund:innen dazu bringen als Träger:innen des Aggregats einzuspringen? Nein? Oh. Dann sollten Sie bei der Wahl des Stromerzeugers vielleicht darauf achten, Ihre Packkapazitäten nicht allzu sehr zu strapazieren.

Vergleich statt Test: Was ist der Unterschied?

Für diesen Vergleich hat ein CHIP-Fachredakteur Testberichte anderer Publikationen sowie die beliebtesten Angebote («Bestseller») und Kundenmeinungen bei Onlinehändlern untersucht. Darauf basierend trafen wir die Produktauswahl. Bei der Auswahl der Top-Geräte konzentrieren wir uns auf Modelle mit mehr als vier Sternen und einer angemessen hohen Anzahl an Bewertungen. Wir haben eine Auswahl an Kundenrezensionen gelesen und Geräte ausgewählt, die aufgrund unserer fachlichen Einschätzung die Ansprüche der Nutzer erfüllen. Die Produkte sind nicht im CHIP-Testcenter geprüft worden.

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Updated: 11. August 2022 — 22:38

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